Wirtschaftlichkeit spielt in Unternehmen eine große Rolle. Die Grundlage des betriebswirtschaftlichen Handelns bildet das ökonomische Prinzip. Bei nahezu allen betriebswirtschaftlichen Modellen wird unterstellt, dass alle an der Wirtschaft beteiligten Personen und Institutionen nach dem ökonomischen Prinzip handeln. Diese Annahme basiert auf der Erkenntnis der Notwendigkeit des Wirtschaftens. Vor diesem Hintergrund wird nachfolgend die Grundannahme der Betriebswirtschaftslehre dargestellt:

Unter Wirtschaft versteht man das Gebiet menschlicher Tätigkeiten, das der Bedürfnisbefriedigung dient. Die menschlichen Bedürfnisse sind eher unbegrenzt, die geeigneten Mittel zu ihrer Erreichung dagegen knapp. Diese Knappheit zwingt den Menschen dazu zu wirtschaften, d.h. die vorhandenen Mittel so einzusetzen, dass ein möglichst großes Maß an Bedürfnisbefriedigung erreicht wird. Die Realisation dieses Ziels verlangt einen Entscheidungsprozess über die Herstellung (Produktion) und den Verbrauch (Konsumption) von Gütern. Die Idee von der Wirtschaftlichkeit ist geboren.

Wirtschaftliches Handeln

Wirtschaftliches Handeln bedeutet, dass der Mensch dem allgemeinen Vernunftprinzip folgen muss. Auf Produktion und Konsumption übertragen heißt das, mit gegebenem Aufwand an Produktionsfaktoren (Einsatzfaktoren) einen maximalen Ertrag anzustreben (Maximalprinzip) oder einen angestrebten Ertrag mit möglichst geringem Aufwand (Minimalprinzip) zu erreichen. Weitere Einzelheiten zu diesem Aspekt der Wirtschaftlichkeit folgen noch im Verlauf des Textes, aber eines ist jetzt schon klar: Ein maximales Ziel lässt sich nicht mit minimalem Aufwand erreichen.

Wirtschaft ist ein komplexes Gebilde von menschlichen Handlungen und Verhaltensweisen sowie Institutionen, deren Ausgangspunkt die Bedürfnisse des Menschen sind. Ein Bedürfnis entsteht aus einem Mangelempfinden heraus, wobei der Wunsch besteht, diesen Mangel zu beseitigen. Dabei kann es sich sowohl um einen Mangel an Sachgütern als auch um einen Mangel an Dienstleistungen handeln. Der zentrale Unterschied zwischen Sachgütern und Dienstleistungen besteht darin, dass sich Sachgüter auf Vorrat produzieren lassen, Dienstleistungen jedoch immer einer konkreten Kundennachfrage bedürfen. Während ein Automobilhersteller auch Fahrzeuge produzieren kann, für die es noch keine Käufer gibt, kann ein Friseur keineswegs schon mal auf Vorrat Haare schneiden; er benötigt dazu immer den konkreten Kundenauftrag.

Bedürfnisse

Ohne menschliche Bedürfnisse würde es keine Wirtschaft geben. Allerdings sind die menschlichen Bedürfnisse sehr vielfältig und können beispielsweise nach ihrer Dringlichkeit in

  • Existenzbedürfnisse,
  • Grundbedürfnisse und
  • Luxusbedürfnisse

unterschieden werden.

Um welche Bedürfniskategorie es sich bei einem konkreten Bedürfnis handelt, hängt von den individuellen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen ab. Während in Europa ein Auto eher zu den Grundbedürfnissen zählt, gehören Autos in der Dritten Welt tendenziell zu den Luxusbedürfnissen. Die Einteilung in die Bedürfniskategorien hängt also auch von dem gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. 

Bedarf und Nachfrage

Aus den Bedürfnissen der Menschen entsteht ein Bedarf bzw. eine Nachfrage, sobald sich die Menschen aktiv um die Bedürfnisbefriedigung kümmern. Wenn ein Mensch das Bedürfnis Hunger verspürt und diese Mangelerscheinung zu beseitigen versucht, entsteht ein Bedarf an bzw. eine Nachfrage nach Nahrungsmitteln.

Grundsätzlich dienen unterschiedliche Güter der Bedürfnisbefriedigung. In der Wirtschaftslehre zählen nicht nur Gegenstände, sondern auch Tätigkeiten und Rechte zu den Gütern.

Knappe Güter zwingen zur Wirtschaftlichkeit

Damit die Güter für die Wirtschaftslehre relevant werden, müssen sie aber bestimmte Eigenschaften erfüllen: Sie dürfen nur begrenzt vorhanden und erst durch bestimmte Tätigkeiten verfügbar sein. Man spricht von knappen Gütern. Demnach gibt es auch andere Güter, die zur Bedürfnisbefriedigung zur Verfügung stehen: die freien Güter, zu denen in vielen Fällen bspw. das Licht oder die Luft gehören. Kennzeichen dieser Güter ist, dass sie nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehen, ohne dass der Mensch dafür bestimmte Maßnahmen ergreifen muss. So steht uns auf der Erde bspw. Luft nahezu unbegrenzt zur Verfügung. Wenn sich jedoch viele Menschen über längere Zeit in einem engen Raum befinden, wird auch Luft zu einem knappen Gut. Ob Güter frei oder knapp sind, hängt also immer vom Einzelfall ab.

Da die Mehrzahl der Güter knappe Güter sind, die Bedürfnisse des Menschen aber nahezu unbegrenzt sind, entsteht eine Diskrepanz zwischen dem, was zur Bedürfnisbefriedigung der Menschen notwendig und dem, was dazu vorhanden ist. Aus dieser Diskrepanz entsteht die Aufgabe des Wirtschaftens, der Lösung des Zuteilungsproblems, wer welche Bedürfnisse befriedigen kann. Anders formuliert: wie sollen die vorhandenen (knappen) Güter auf die Menschen verteilt werden, wenn nicht ausreichend viele Güter zur Verfügung stehen, um allen Bedürfnissen gerecht werden zu können?

Das ökonomische Prinzip

Um die Frage der optimalen Zuteilung klären zu können, unterstellt die Betriebswirtschaftslehre den (ökonomisch) rational handelnden Menschen. Der rational handelnde Mensch folgt den Regeln der Logik; ihm sind die Erreichbarkeit seiner Ziele und die Konsequenzen aus seinen zielgerichteten Handlungen bewusst. In der Realität sind jedoch viele Situationen zu beobachten, in denen der Mensch dieses (ökonomisch) rationale Handeln vermissen lässt.

Wirtschaftlich rational handelnde Menschen folgen dem ökonomischen Prinzip (Wirtschaftlichkeitsprinzip). Es zeichnet sich dadurch aus, dass entweder ein gegebenes Ziel mit minimalem Mitteleinsatz oder aber mit gegebenem Mitteleinsatz ein optimales Ziel angestrebt wird. Die Kombination von minimalem Mitteleinsatz und optimalem Ziel funktioniert nicht. Was jedoch nicht funktioniert, ist, mit minimalen Lern- und Arbeitsaufwand (der wäre gleich Null) eine möglichst gute Note (also eine sehr gut) zu erreichen.

Das Prinzip der Wirtschaftlichkeit

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip lässt sich mengenmäßig und wertmäßig formulieren:

  • Mit gegebenem mengenmäßigem Einsatz (an sogenannten Produktionsfaktoren) ist ein maximaler mengenmäßiger Ertrag (eine maximale Ausbringungsmenge) anzustreben. So kann ein landwirtschaftlicher Betrieb versuchen, mit einer gegebenen Größe an Ackerfläche eine maximale Menge an Weizen anzubauen.
  • Ein gegebener mengenmäßiger Ertrag (eine gegebene Ausbringungsmenge) ist mit einem minimalen Mitteleinsatz (an sogenannten Produktionsfaktoren) zu erreichen. So kann ein Konditor versuchen, einen Kuchen in einer bestimmten Qualität unter Einsatz möglichst weniger Arbeitszeit (also möglichst schnell) zu backen.
  • Mit gegebenem wertmäßigem Einsatz (finanziellen Aufwand) ist ein maximaler wertmäßiger Ertrag zu erzielen. So kann ein Betrieb versuchen, mit einem festgelegten Werbebudget von 50.000 Euro eine möglichst große Umsatzsteigerung zu erzielen.
  • Ein gegebener wertmäßiger Ertrag ist mit minimalem wertmäßigem Einsatz (finanziellen Aufwand) zu erzielen. So kann ein Konzertveranstalter versuchen, einen Umsatz von 200.000 Euro aus dem Verkauf von Konzertkarten mit einem möglichst geringen Werbebudget zu erreichen.

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip beschreibt somit ein bestimmtes Handeln des Menschen; es sagt jedoch nichts über die Motive und Ziele der Menschen aus.

Quiz zur Wirtschaftlichkeit

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Wirtschaflichkeit-Quiz

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1. Welche Rolle spielen Güter im Hinblick auf wirtschaftliches Handeln?

2. Bedürfnisse werden in der Betriebswirtschaftslehre unter anderem nach ihrer Dringlichkeit unterschieden. Welche Arten von Bedürfnissen gibt es demnach?

3. Welche Aussagen zum wirtschaftlichen Handeln sind korrekt?

4. Warum spielt das ökonomische Prinzip in Unternehmen eine große Rolle und worin hat es seinen Ursprung?

Prozentzahl richtiger Antworten:

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