Die Konjunkturtheorie stellt einen Teilbereich der Volkswirtschaftslehre dar. In diesem Text lernen Sie kennen, welche Konjunkturmodelle und welche Konjunkturzyklus-Phasen existieren. Außerdem erfahren Sie, wie sich Konjunkturschwankungen erklären lassen.

Definition der Konjunktur

Als Konjunktur bzw. als konjunkturelle Entwicklung bezeichnet man die wirtschaftlichen Schwankungen einer Volkswirtschaft. Dabei entstehen die Schwankungen in erster Linie aufgrund eines Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage. In diesem Kontext stellt die Konjunkturtheorie eine volkswirtschaftlich geprägte Theorie dar, mit deren Hilfe wirtschaftliche Konjunkturzyklus-Phasen genauer beschrieben werden. (Quelle: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/definitionen-01-konjunktur.html)

Konjunkturmodelle

In der Konjunkturtheorie unterscheidet man verschiedene Konjunkturmodelle. Hierbei versteht man unter einem Modell eine vereinfachte Darstellung der Wirklichkeit. Allerdings unterscheiden sich solche Modelle oftmals von der Realität. Inwieweit ein konkretes Modell von der Realität abstrahiert ist, hängt damit zusammen, wie viele Variablen, die in der Wirklichkeit eine Rolle spielen, im Modell außer Acht gelassen werden. Somit dienen Modelle stets lediglich als Orientierungshilfe, um Phänomene der Wirklichkeit erklären zu können. (Quelle: https://shribe.de/was-ist-ein-modell/)

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen linearen und nicht-linearen Konjunkturmodellen. Dabei gilt ein Konjunkturmodell als linear, wenn die ihm in der mathematischen Darstellung zu Grunde liegenden dynamischen Gleichungen linear sind. Dagegen ermöglichen nicht-lineare Konjunkturmodelle das Erzeugen von Schwingungen in deren System, die nicht auf externe Faktoren angewiesen sind. (Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/konjunkturtheorie-41843) Mathematisch sind sie wesentlich anspruchsvoller als die linearen Modelle.

Multiplikator-Akzelerator-Modell

Zum Einsteig in die Welt der Konjunkturmodelle lernen Sie nun ein einfaches lineares Modell kennen. Dabei handelt es sich um das Multiplikator-Akzelerator-Modell, das der Veranschaulichung von Wirtschaftszyklen dient. Es abstrahiert sehr stark, denn es betrachtet keine Einwirkungen von anderen Ländern auf die Konjunktur im Inland.

Mit dem Multiplikator-Akzelerator-Modell lässt sich auf einfache Art zeigen, dass die konjunkturelle Entwicklung einer Volkswirtschaft nicht linear verläuft, sondern verschiedenen Konjunkturzyklus-Phasen unterliegt. Dazu sind im Modell eine Konsumfunktion und eine Investitionsfunktion zu definieren.

Konsumfunktion

Eine Konsumfunktion beschreibt in der Volkswirtschaftslehre den Zusammenhang zwischen Konsum und Einkommen einer Volkswirtschaft.

Aus mathematischer Sicht lautet die Definition der Konsumfunktion:

C (Y) = Ca + cy * Y

Dabei stehen

  • C (Y) für den gesamten Konsum der Volkswirtschaft,
  • die Variable Ca für den autonomen Konsum (konstanten Konsum),
  • cy steht für die Konsumneigung (sie muss zwischen 0 und 1 liegen) und
  • Y für das verfügbare Einkommen.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Konsumfunktion)

Je höher das Einkommen (Y) ausfällt, umso höher ist auch der Konsum. Die Kosnumfunktion beschreibt eine Gerade mit einer positiven Steigung.

Investitionsfunktion

Die Investitionsfunktion als Teil des Multiplikator-Akzelerator-Modells beschreibt die makroökonomischen Einflüsse der Nachfrage auf die gesamtwirtschaftlchen Investitionen.

Die mathematische Definition der Investitionsfunktion lautet:

It = v * (Yt1 – Yt2)

Dabei stehen

  • It für die gesamten Investitionen der Volkswirtschaft zum Zeitpunkt t,
  • v als sogenannter Akzelerator (v > 0) beschreibt den Faktor, der die Proportionalität der Gesamtinvestitionen zur Veränderung der Nachfrage darstellt und
  • Yt1 und Yt2 für die Gesamtnachfrage zu Zeitpunkt t1 und Zeitpunkt t2. Die Differenz beschreibt somit die Nachfrageänderungen.

Nachfragefunktion

Letztlich setzt sich die gesamte Nachfrage Nt zum Zeitpunkt t aus der Summe der Investitionen und des Konsums zusammen:

Nt = Ct + It

Dadurch, dass bei wachsender Konsumnachfrage auch die Produktion der Unternehmen steigen muss, erhöhen sich auch die Investitionen der Unternehmen in Maschinen und Arbeitskräfte. Da die Konsumnachfrage erst steigt, nachdem mehr Arbeitskräfte am Markt sind bzw. die Löhne gestiegen sind, ist die Konsumnachfrage immer als ein bestimmter Teil der Produktion der Vorperiode zu verstehen.

Die Investitionen stehen in einem bestimmten Verhältnis v zur Gesamtnachfrage der Vorperiode. Daher können die Investitionen als Anpassung an einen gewünschten Kapitalstock gesehen werden. Aufgrund dieser verzögerten Reaktionen der Anpassung der Investitionen und der Reaktion der Konsumnachfrage kommt es zu den Konjunkturschwankungen. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Multiplikator-Akzelerator-Modell#Gleichungssystem)

Konjunkturzyklus-Phasen

In der Wirtschaft sind Konjunkturschwankungen zu beobachten, die sich über einzelne Phasen beschreiben lassen. Das folgende Schaubild zeigt Ihnen die vier Phasen eines Konjunkturzyklus.

Konjunkturzyklus-Phasen der Konjunkturtheorie
  • Aufschwung

Der Kreislauf beginnt mit einer Aufschwung-Phase (Expansion). Hierbei erhöhen sich die Nachfrage und damit auch der Konsum. Folglich müssen die Unternehmen ihre Produktionskapazitäten stärker auslasten. Dadurch werden mehr Arbeitnehmer eingestellt, und die Arbeitslosigkeit der Volkswirtschaft sinkt. Letztlich resultiert aus diesem Verhalten ein wirtschaftlicher Aufschwung. Beispielsweise in Deutschland war über viele Jahr ein solcher Aufschwung zu beobachten, der anhand des gemessenen Wirtschaftswachstums deutlich wurde.

  • Hochkonjunktur bzw. Boom

Nach einer Zeit des Aufschwungs befindet sich die Wirtschaft schließlich in einer Hochphase (Boom). Dabei steigt die Nachfrage weiter an, und die Produktionskapazitäten sind weitestgehend ausgelastet oder sogar überlastet. Oftmals besteht jetzt die Gefahr von Fehlinvestitionen aufgrund von zu großem Optimismus am Kapitalmarkt. Außerdem steigen die Preise und Löhne weiter, wodurch häufig eine Inflation (Geldentwertung) zu beobachten ist. (Quelle: https://studyflix.de/wirtschaft/konjunkturphasen-1795)

  • Rezession

Schließlich kippt das System. Denn auf die Hochkonjunktur folgt eine Phase der Rezession. In einer Rezession sind ein Rückgang der Nachfrage und demnach auch ein Rückgang der Investitionen zu beobachten. Gleichzeitig sinken oder stagnieren die Löhne und Preise wieder. Im Ergebnis werden durch die Rezession die meisten nicht überlebensfähigen Unternehmen vom Markt verdrängt, wodurch die Wirtschaft sich selbst bereinigt. Beispielsweise hat die Corona-Krise viele Länder in eine Phase der Rezession gestürzt.

  • Tiefphase (Depression)

Schließlich folgt auf die Rezession die Tiefphase als schwächster Punkt der konjunkturellen Entwicklung. Sofern die Wirtschaft längere Zeit an diesem Punkt verharrt, spricht man von einer Depression. In Folge der Tiefphase kommt es zu starken Produktionsrückgängen, hoher Arbeitslosigkeit und nur geringer Investitionstätigkeit. (Quelle: https://thinkaboutgeny.com/konjunkturphasen) Oftmals versucht der Staat, dieser Phase des Konjunkturzyklus entgegenzuwirken. Dazu kann er Steuern senken, Förderprogramme aufsetzen oder die Möglichkeit für Unternehmen und private Haushalte vereinfachen, sich Geld zu leihen. In der aktuellen Phase ist die letztgenannte Maßnahme allerdings bereits vor der Depression weitgehend ausgeschöpft, da das Zinsniveau bereits historisch tief ist.

Quiz zur Konkunkturtheorie

Zur Beantwortung der Fragen dieses Quizzes sollten neben dem Thema dieser Seite auch die untergeordneten Themen Konjunkturindikatoren und Konjunkturphasen aufmerksam gelesen werden! Dann fällt es Ihnen wesentlich leichter, die Fragen im Quiz zu beantworten.

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Konjunkturtheorie-Quiz

Überprüfen Sie Ihr Wissen zu dem Thema in unserem Quiz! Als richtig zählen nur Fragen, in denen alle richtigen Antworten und keine falschen Antworten markiert wurden. Es sind in jeder Frage eine oder mehrere Antworten möglich. Viel Spaß!

1. Der Konjunkturzyklus besteht aus 4 Phasen. Welche Aussagen bezüglich dieser Phasen sind korrekt?

2. Welche Konjunkturmodelle gibt es?

3. Welche Aussagen bezüglich der Konjunktur sind korrekt?

4. Welche der folgenden Aussagen bezüglich der Konjunkturindikatoren sind korrekt?

Prozentzahl richtiger Antworten:

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