Investitionen

In der Literatur sind Investitionen zwar unterschiedlich definiert, es gibt aber große Gemeinsamkeiten innerhalb der Definitionen.

  • In der Betriebswirtschaft ist nach Wöhe die Investition die Verwendung von finanziellen Mitteln zur Beschaffung von Sachvermögen, immateriellem Vermögen oder Finanzvermögen.[1]
  • Rieger definiert: „Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht ist eine Investition die Verwendung von Finanzmitteln, um daraus neue Geldgewinne oder höhere Gewinne aus bestehenden Unternehmen zu bekommen.“[2]

Abgesehen von der betriebswirtschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Betrachtungsweise lässt sich der Investitionsbegriff allgemein beschreiben. In diesem Zusammenhang beinhaltet eine Investition nach Mensch:

„die langfristige Bindung von Finanzmitteln (Kapital) durch Erwerb oder Schaffung von Nutzungspotentialen um aus deren langfristiger Nutzung (mehr) Finanzmittel zu gewinnen oder sonstigen Nutzen zu erzielen (z.B. Ansehen) bzw. einer rechtlichen oder moralischen Verpflichtung nachzukommen (z.B. Sozialeinrichtungen oder Umweltschutzmaßnahmen).“[3]

Definition von Investitionen

Merkmal von Investitionen

Merkmal einer Investition ist daher, dass zum Zeitpunkt der Anschaffung bzw. der Selbsterstellung von Nutzungspotenzialen eine Auszahlung erfolgt und diese dann zu einem späteren Zeitpunkt durch Einzahlungen ausgeglichen wird. Somit geht jedes investierende Unternehmen sowohl ein Finanzrisiko also auch ein Marktrisiko ein.

Eine Investition selbst stellt keine Kosten dar, da lediglich eine Umwandlung von Geldvermögen in Sachvermögen erfolgt. Das Vermögen bleibt dem Unternehmen nach der Investition somit als Anlagevermögen in der Bilanz erhalten. Ob sich eine Investition wirtschaftlich lohnt, klärt die Investitionsrechnung. Weitere Informationen zur Abgrenzung der Zahlungsbegriffe erhalten Sie unter www.wiin-kostenmanagement.de/definition-von-kosten/.

Klassifizierung von Investitionen

Investitionen lassen sich nach verschieden Kriterien einteilen. „Die Kriterien Vermögensart, in die investiert wird, sowie der Investitionsanlass besitzen dabei die höchste praktische Bedeutung.“[4] In der folgenden Abbildung sind weitere Kriterien mit einer entsprechenden Gliederung zusammengefasst.

Gliederungskriterien und Formen von Investitionen

Im Folgenden werden die abgebildeten Investitionsarten näher erläutert.

Systematisierung nach der Vermögensart

Zielt eine Investition darauf ab, den betrieblichen Produktionsprozess zu erhalten, zu verbessern und/oder zu erweitern, ist die Rede von Sachinvestitionen.[6] So machte bspw. die Industrialisierung viele Sachinvestitonen erforderlich. Dabei werden Bestandteile des Sachanlagevermögens und Sachumlaufvermögens angeschafft. Zum Sachanlagevermögen gehören Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Anlagen, der Fuhrpark und Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Das Sachumlaufvermögen umfasst Vorräte wie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

Unter Finanzinvestitionen sind Auszahlungen zu verstehen, die die Absicht verfolgen, Wertpositionen beispielsweise in Form von Aktien zu erwerben. Nach § 266 Abs.2 HGB[7] lassen sich Finanzinvestitionen einteilen nach:

  • Anteile an verbunden Unternehmen
  • Beteiligungen
  • Wertpapieren des Anlagevermögens

Immaterielle Investitionen dienen dem Unternehmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und somit auch zur Gewinnsteigerung. „Dazu gehören Investitionen in

  • das personelle Know-how,
  • die Werbung,
  • die Schaffung eines guten Firmenimages oder
  • Lizenzen,

wobei die Zurechnung der damit verbundenen Einzahlungen oft schwierig ist.“[8]

Systematisierung von Investitionen nach Funktionsbereichen

  • Forschungsinvestitionen haben das Ziel, neue Erzeugnisse oder Verfahren zu schaffen, um z.B. Produktionsabläufe des Unternehmens zu optimieren. Hier steht der Aspekt der Rationalisierung im Vordergrund.
  • Fertigungsinvestitionen gewinnen immer mehr an Bedeutung, da die Fertigungsplanung aufgrund der steigenden Kundenansprüche immer komplexer wird. Insbesondere wird in Maschinen, Anlagen und technische Ausrüstungen investiert. Auch aufgrund der zunehmenden Digitalisierung im Rahmen der Industrie 4.0 gewinnen Fertigungsinvestitionen an Bedeutung.
  • Absatzinvestitionen sorgen dafür, dass sich Produkte des Unternehmens auf dem Markt etablieren und verkaufen. Gelder werden für Marktforschung, Kommunikationsstrategien und Distributionsstrategien ausgegeben und somit für Leistungen aus den Bereichen Marketing und Vertrieb.
  • Für die Organisation des Unternehmens werden Verwaltungsinvestitionen, z.B. im Personalbereich, getätigt.

Systematisierung nach dem Investitionsanlass

  • Gründungs- und Erweiterungsinvestitionen werden im Unternehmen erstmalig durchgeführt und vergrößern das betriebliche Leistungsvermögen.
  • Dagegen dienen Ersatz-, Rationalisierungs-, Diversifikations-, Sozial- und Sicherheitsinvestitionen dem Erhalt bzw. der Erneuerung von Investitionsobjekten.

Systematisierung von Investitionen nach der Nutzungsdauer

Investitionsobjekte lassen sich nach der zeitlichen Wirkung, d.h. nach der Lebensdauer, in kurz-, mittel- und langfristige Investitionen differenzieren.[9] Allerdings gibt es keine klaren Abgrenzungen zwischen den einzelnen Fristen. Relativ sicher ist, dass kurzfristige Investitionen auf eine Lebensdauer von maximal ein bis zwei Jahren ausgerichtet sind. Dagegen wird langfristigen Investitionsgütern eine Lebensdauer von mindestens 8 bis 10 Jahren zugesprochen.

Systematisierung nach dem Investitionsträger

Investitionen können von Privatleuten, Unternehmen sowie öffentlichen Institutionen getätigt werden. Dabei investieren öffentliche Institutionen meist zur Bewahrung eines kollektiven Bedarfs, z. B. zum Aufbau von Schulen, zur Ausrüstung der Polizei oder zum Bau von Straßen. Damit erhöhen sie die Staatsquote, die den Anteil misst, den der Staat selbst zur Wirtschaftsleistung im Land beiträgt.

Finanzrisiko und Marktrisiko von Investitionen

Jede betriebliche Investition unterliegt sowohl einem Finanzrisiko als auch einem Marktrisiko.

Mit dem Finanzrisiko wird der Umstand bezeichnet, dass die Gefahr besteht, dass das investitierte Kapitel nicht zurückverdient werden kann. Unter Risikoaspekten bevorzugen Unternehmen deshalb Investitionen mit einer kurzen Amortisationsdauer. Diese beschreibt die Zeitspanne, die vergeht, bis das investierte Kapital zurückverdient ist. Um das Finanzrisiko zu reduzieren, sind kurze Amortisationsdauern somit von Vorteil.

Dagegen beschreibt das Marktrisiko die Gefahr, dass sich ein Markt derart verändert, dass ein Investitionsobjekt nicht mehr benötigt wird. Dieses Marktrisiko hängt vor allem mit verändertem Kundenverhalten und mit den technischen Fortschritt zusammen. Invesitionen, die heute noch als sinnvoll erscheinen, können somit morgen schon überholt sein.

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Quellen zum Text zu den Investitionen

[1] Vgl. Wöhe (2010): Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 24. Auflage, München, S. 520

[2] Rieger (2009): Veränderung des Konsum- und Investitionsverhaltens aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise; Studienarbeit, S. 2

[3] Mensch (2002): Investition; Oldenbourg, S. 1

[4] Guttenberger (2004): Investition; Rinteln, S. 17

[5] Vom Verfasser erstellt

[6] Vgl. Däumler/Grabe (2007): Grundlagen der Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, 12. Auflage, S. 17

[7] Vgl. HGB (2009), S. 64 f.

[8] Däumler/Grabe (2007): Grundlagen der Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, 12. Auflage, S. 17

[9] Vgl. Däumler/Grabe (2007): Grundlagen der Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, 12. Auflage, S. 20