Unter dem Begriff Energiemanagement ist eine Vielzahl von Strategien und Maßnahmen zu verstehen, die sich für die Beschaffung, Nutzung und Verteilung von Energie nutzen lassen. Die Hauptziele bilden hierbei die Optimierung der Energieeffizienz sowie die Reduzierung des Energieverbrauchs, um so Ziele im ökologischen und wirtschaftlichen Bereich erreichen zu können. Weiterhin finden auch Aspekte wie die menschlichen Verhaltensweisen, bauliche und technische Standards Anwendung. Auch die digitale Erfassung von Verbrauchsdaten und deren Auswertung spielen eine Rolle. Somit ist das Energiemanagement sowohl auf der betriebswirtschaftlichen, politischen und institutionellen Ebene wichtig – und damit letztlich auch für Privatpersonen.

Das Energiemanagementsystem (EnMS)

Mithilfe eines Energiemanagementsystems kann eine digitale Erfassung der einzelnen Energieverbräuche stattfinden. Weiterhin lassen sich mit diesem System Maßnahmen implementieren, die zur Effizienzsteigerung beitragen sowie Potenziale zur Einsparung aufdecken.

Die Art der Gestaltung eines solchen Systems ist nicht festgelegt. Jedoch gibt es seit Beginn des Jahres 2013 ein zertifiziertes Energiemanagementsystem, das die Voraussetzung für steuerliche Entlastungen nach §55 des Energie- und §10 des Strom-Steuergesetzes schafft. Hinsichtlich der Zertifizierung sind die folgende Standards bekannt:

  • ISO 50001
  • Standard der Zertifizierungsgesellschaft
  • EU-Umweltmanagement-Gütesiegel EMAS

Beispiel ISO 50001 zum Energiemanagement

Die Zertifizierung folgt gemäß ISO 50001 dem sog. PDCA-Kreislauf, welcher sich aus den Schritten Plan, Do, Check und Act zusammensetzt und sowohl ein sich wiederholendes als auch dynamisches Modell darstellt.

  • Plan (Planen): Strategiefestlegung, Festlegung von Verantwortlichkeiten und Maßnahmen, Aufstellen von Energiesparzielen und des Aktionsplans, Bereitstellung benötigter Mittel
  • Do (Umsetzen):  Durchführung von verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung wie Technologieeffizienzen, Einführung von       Managementstrukturen zur Unterhaltung kontinuierlicher                                  Prozesse
  • Check (Kontrollieren): neue Ideen via Energieaudit sammeln, z. B. durch externe Experten, Effektivität des EnMS und Zielerreichungsgrad überprüfen
  • Act (Handeln): Fortschritt aufgrund aktueller Energiemarktdaten bewerten, neue Ziele ableiten, strategische Optimierung durch Auditergebnisse, neue Erkenntnisse und durch die Zusammenfassung aktueller Energiedaten sammeln

Innerhalb dieses Kreislaufes werden die Energieverbräuche immer wieder optimiert und neu bewertet, sodass das Ziel, die energiebezogenen Kosten dauerhaft zu senken, erreicht werden kann.

Vorteile für Unternehmen und Organisationen

Innerhalb von Organisationen und Unternehmen können mithilfe eines Energiemanagementsystem die Energieeffizienz kontinuierlich erhöht und die Treibhausemissionen sowie der Energieverbrauch gesenkt werden. Weiterhin lässt sich durch die dadurch erreichte Kostenentlastung die Wettbewerbsfähigkeit des jeweiligen Unternehmens oder der jeweiligen Organisation ebenfalls stärken.

Weitere Vorteile des Energiemanagements sind:

  • Heizkostensenkung durch energetische Sanierung von Verwaltungs- und Produktionsgebäuden
  • Alte Beleuchtungsmittel durch neue, moderne Energiesparleuchten ersetzen
  • Installation moderner Lastmanagementsysteme
  • Unternehmensstandorte untereinander vergleichbar
  • Steuerung von Heizung, Abluft- und Klimageräten mit moderner Computertechnologie
  • Ersatzinvestitionen in Anlagen und Maschinen, die einen geringeren Energieverbrauch haben

Gründe für ein EnMS

Gründe für die Einführung eines Energiemanagementsystems sind:

  • Kostengünstige Produktion
  • Kontinuierliche Verringerung von Energiekosten
  • Aktiver Beitrag zur Umwelt und Energiewende
  • Entlastung hinsichtlich Energie- und Stromsteuer
  • Wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Produkte

Funktionsweise eines Energiemanagementsystems

Typische Komponenten eines Energiemanagementsystems sind:

  1. Erfassung und Analyse der Energieströme und der Energieträger im Betrieb
  2. Erarbeitung von Verbesserungsideen auf Grundlage der vorherigen Analysen
  3. Bewertung dieser hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit
  4. Umsetzung der erarbeiteten und bewerteten Verbesserungsideen

Allgemein hilft ein EnMS somit bei Entscheidungsfragen hinsichtlich Investitionen in die Energieeffizienz des Unternehmens. Um dann eine längerfristige Verbesserung der Energieeffizienz zu erreichen, wird innerhalb von Unternehmen meist eine sog. Energiepolitik verabschiedet. Auf diese aufbauend, zu der auch die Setzung von Energiezielen zählt, lässt sich die Schaffung von Aktionspläne sowie die Messung der Zielerreichung anhand von verschiedenen Leistungskennzahlen in Angriff nehmen. Des Weiteren übt das Energiemanagement, wie oben bereits kurz erwähnt, Einfluss auf die verschiedenen Abläufe im Unternehmen sowie auf das Verhalten der Mitarbeitenden aus, sodass hier Zuständigkeiten geregelt, Kompetenzen ermittelt und Verfahren hinsichtlich der Unternehmenskommunikation festgelegt werden.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Energiekosten, wenn ein Energiemanagementsystem hierbei zum Einsatz kommt. Im Beispiel ist die Energiekostenentwicklung in Prozentzahlen zu betrachten.

Energiemanagement zur Reduktion der Energiekosten

Energieziele

Energieziele definieren energiebezogenen Leistungsverbesserungen wie beispielsweise die Reduzierung des Energieverbrauchs durch den Einbau modernerer, energiesparender Leuchtmittel. Energieziele sollten in Verbindung mit der in den Unternehmen verabschiedeten Energiepolitik stehen und dabei Erfolgskriterien festlegen, die gemessen und so als Nachweis für den Erfolg und die Wirksamkeit des Energiemanagementsystems verwendet werden können. Um dann operative Ziele definieren zu können, müssen zunächst folgende Aspekte vorliegen:

  • Die Ziele sollten messbar und spezifisch sein.
  • Sie sollten so definiert sein, dass damit eine dauerhafte Verbesserung innerhalb des Unternehmens vorgegeben wird.
  • Die Ziele sollten realistisch sein, damit sie im vorgegebenen Zeitraum erreicht werden können.

Operative Ziele können sich demnach auf Anlagen, Einrichtungen, Energiedatenerfassung, Abteilungen, Mitarbeitersensibilisierung, -schulungen und -qualifikationen beziehen. Außerdem ist es wichtig, dass die jeweils festgelegten Ziele sowohl dokumentiert und geprüft als auch jederzeit angepasst werden können.

Weiterhin sollten die Energieziele folgende Eigenschaften mitbringen:

  • klar und spezifisch definiert
  • konkrete Maßnahmen beinhaltend
  • in alltäglichen Abläufen integriert
  • für jeden relevanten Bereich festgelegt
  • regelmäßig überprüf- und anpassbar
  • mit passende Ressourcen hinterlegt
  • festgelegte Verantwortlichkeiten

Fazit zum Energiemanagement

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei dem Energiemanagement um das Zusammenspiel von Maßnahmen und Strategien handelt, um Energie zu beschaffen, zu nutzen und zu verteilen. Hierbei zeigt sich auch, dass das Energiemanagement auf verschiedenen Ebenen eine wichtige Rolle spielt, sei es betriebswirtschaftlich oder politisch gesehen.

Hinsichtlich des Energiemanagements gibt es auch ein passendes System, das Energiemanagementsystem, kurz EnMS, welche unter anderem für die digitale Erfassung von Energieverbräuchen und Daten verwendet wird. Im Jahr 2013 wurde hierzu dann auch eine Zertifizierung verabschiedet, welche nach einem der folgenden Standards erfolgen muss: nach der ISO 50001, dem Standard einer Zertifizierungsgesellschaft oder dem EU-Umweltmanagement-Gütesiegel EMAS. Bei Ersterem funktioniert das System zum Energiemanagement nach dem sog. PDCA-Kreislauf. Vorteile, die ein solches System dem Unternehmen bietet, sind z. B. die Einsparung von Heizkosten, aber auch die grundsätzliche Steigerung der Energieeffizienz.

Des Weiteren lassen sich in Verbindung mit dem Energiemanagement auch die folgenden Ziele aufzeigen, die für ihren Erfolg unter anderem messbar und spezifisch, aber auch realistisch sein müssen, damit sie sich im vorgegebenen Zeitraum auch erreichen lassen. Hierbei handelt es sich dann um operative Ziele, die die Anlagen, aber auch die Einrichtungen des Unternehmens betreffen, sowie Aspekte hinsichtlich der Mitarbeitenden wie beispielsweise Schulungen.

Es lässt sich also allgemein sagen, dass das Hauptziel des Energiemanagements die Optimierung der Energieeffizienz sowie die Senkung des Energieverbrauchs sind, was sowohl auf unternehmerischer als auch auf privater Ebene möglich ist.

Learningsnack zum Energiemanagement

Der folgende Learningsnack hilft dabei, das Wissen zum Energiemanagement zu überprüfen:

Weitere Informationen zum Energiemanagement

Interessante Informationen zum Energiemanagement finden Sie bspw. auf den folgenden Seiten:

Haufe. 2022, Onlinequelle, Energiemanagement, erreichbar unter:        https://www.haufe.de/thema/energiemanagement/

Umweltbundesamt o.J., Onlinequelle, Energiemanagementsysteme, erreichbar unter:     https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/wirtschaft-umwelt/umwelt-energiemanagement/energiemanagementsysteme

messWERK GmbH o.J., Onlinequelle, Vorteile durch Energiemanagement – Von einem    aktiven Energiemanagement profitieren Umwelt und Unternehmen, erreichbar unter:  https://www.messwerk-energie.de/energiemanagement/vorteile-energiemanagement

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG o.J., Onlinequelle, Energieziel, erreichbar unter: https://www.energiemanagement-und-energieeffizienz.de/energie-   lexikon/energieziel/

WEKA MEDIA GmbH & Co. KG o.J., Onlinequelle, Energiemanagementsystem (EnMS), erreichbar unter: https://www.energiemanagement-und-energieeffizienz.de/energie-lexikon/energiemanagementsystem-enms/