Jedes Unternehmen muss mindestens einmal jährlich eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erstellen. Die Schlussbilanz des aktuellen Jahres ist dabei automatisch gleich der Anfangsbilanz des Folgejahres.

Inhalt der Bilanz

Eine Bilanz wird stets zu einem bestimmten Stichtag gebildet, bspw. zum Jahresanfang oder zum Jahresende. Es gibt aber auch Monatsbilanzen oder Quartalsbilanzen. In seltenen Fällen wird sogar täglich eine vereinfachte Bilanz erstellt. Aber was steht eigentlich in der Bilanz? Einerseits ist sie eine Zusammenfassung der Vermögenswerte des Unternehmens zu dem gewählten Stichtag. Dazu zählen bspw. Grundstücke und Gebäude, aber auch Lagerbestände oder das Barvermögen. Andererseits gibt die Bilanz Auskunft darüber, wie diese Vermögenswerte finanziert sind und unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen Eigenkapital und Fremdkapital, das aber als Rückstellungen und Verbindlichkeiten ausgewiesen ist. Übrigens: Die GuV errechnet, wie sich das Eigenkapital aufgrund der Geschäftstätigkeit verändert hat. Erzielt das Unternehmen einen Gewinn, erhöht sich das Eigenkapital. Wenn das Unternehmen dagegen einen Verlust erwirtschaftet, sinkt das Eigenkapital. Wird das Eigenkapital sogar einmal negativ, dann droht die Insolvenz des Unternehmens, was umgangssprachlich auch als Pleite bezeichnet wird.

Aufbau-der-Bilanz
Aufbau der Bilanz

Aufbau der Bilanz – Aktiva

Die Vermögenswerte des Unternehmens bilden die sogenannten Aktiva der Bilanz. Sie gliedern sich in das

  • Anlagevermögen und das
  • Umlaufvermögen.

Dabei ist das Anlagevermögen eher zur langfristigen Verwendung im Unternehmen vorgesehen. Somit bildet es die Grundlage der Betriebsbereitschaft des Betriebes. Zum Anlagevermögen zählen immaterielle Werte (wie Lizenzen und Patente), Sachwerte (wie Grundstücke, Gebäude, Fahrzeuge, Maschinen oder auch die Büro- und Geschäftsausstattung) und Finanzwerte (bpsw. die Beteiligung an anderen Unternehmen).

Dagegen ist das Umlaufvermögen eher auf die kurzfristige Verwendung ausgerichtet. Dazu zählen vor allem Vorräte, also Lagerbestände, an Rohstoffen, Hilfsstoffen und Betriebsstoffen, unfertigen und fertigen Erzeugnissen sowie Handelsware. Außerdem listet das Umlaufvermögen sogenannte Forderungen auf, hier insbesondere Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie das Barvermögen (Kasse) und das Bankguthaben.

Aufbau der Bilanz – Passiva

Die Passiva beschreiben, wie die Aktiva finanziert sind. Wichtig für jedes Unternehmen ist hier das Eigenkapital. Es setzt sich z.B. aus dem Kapital zusammen, das die Unternehmer selbst in den Betrieb eingelegt haben. So beträgt das Mindestkapital einer GmbH 25.000 Euro, die von den Gesellschaftern einzuzahlen sind. Zum Eigenkapital gehören aber auch Gewinnrücklagen und natürlich auch der laufende Jahresüberschuss, der sich gemäß der GuV ergibt.

Oft muss sich ein Unternehmen aber auch noch Geld leihen, das ist das sogenannte Fremdkapital. Besonders wichtig sind hier die Verbindlichkeiten, bei denen ein Unternehmen wegen eines Kredits z.B. einer Bank Geld schuldet. Es kann aber auch sein, dass das Unternehmen seinen Lieferanten Geld schuldet, weil es noch nicht alle Rechungen bezahlt hat. Neben den Verbindlichkeiten zählen auch Rückstellungen zum Fremdkapital. In diesen Fällen ist meist noch nicht bekannt, wieviel Geld das Unternehmen seinen Gläubigern tatsächlich schuldet oder wann es dieses Geld genau zurückzahlen muss.

Aufbau der GuV

Die Gewinn- und Verlustrechnung GuV stellt die Erträge des Unternehmens den Aufwendungen gegenüber. Damit unterscheidet sie sich schon dahingehend von der Bilanz, dass sie sich nicht auf einen Stichtag, sondern auf einen Zeitraum bezieht.

Ein typische Beispiel für einen Ertrag ist der Umsatz, den der Betrieb mit dem Verkauf seiner Waren und Dienstleistungen erzielt. Aber auch Zinserträge zählen, und das sagt ja auch der Name bereits, zu den Erträgen.

Zu den Aufwendungen (dem Aufwand) zählen bspw. die Personalaufwendungen (zur Bezahlung der Mitarbeiter) oder die Materialaufwendungen, wenn das Unternehmen Werkstoffe als Produktionsfaktor verarbeitet, wie es für die Industrie typisch ist. Da (fast) jedes Unternehmen auch Betriebsmittel als Produktionsfaktor einsetzt, zählt auch die Wertverrechnung dieser Betriebsmittel als sogenannte Abschreibungen zu den Aufwendungen.

Ziel des Unternehmens ist es, mehr Erträge als Aufwendungen zu erwirtschaften, damit die GuV einen Gewinn erwirtschaften und so das Eigenkapital in der Bilanz stärken kann.