In der Wirtschaftslehre unterscheidet man drei verschiedene Marktformen: Monopol, Oligopol und Polypol. Zudem wird noch differenziert in den vollkommenen und den unvollkommenen Markt. Lernen Sie im Folgenden die einzelnen Marktformen genauer kennen.

Der Begriff Markt

Markt bezeichnet eine spezielle Form des Tauschens, bei dem der Wettbewerber darauf abzielt, mit dem Tausch sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. [1] Hier treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.[2] Die häufigste Form des Tauschgeschäftes sind Verträge. Allerdings muss man beachten, dass es zahlreiche institutionelle Voraussetzungen gibt, die erfüllt werden müssen, damit ein Markt entstehen und aufrechterhalten werden kann. Dabei ist das Kernproblem zu lösen, nämlich dass die wichtigsten Teilnehmer am Markt (die Marktakteure) Unsicherheiten überwinden müssen.[3]

Beispiel zum Markt und den Marktakteuren

Du willst Dir ein neues T-Shirt kaufen und gehst in ein Kleidergeschäft. Nachdem Du Dir die Auswahl angeschaut hast und Dich für eins entschieden hast, gehst Du zur Kasse. Dort findet jetzt der Tausch statt. Du gibst dem Verkäufer das Geld und bekommst im Gegenzug das T-Shirt. Mit diesem Akt wurde zudem ein Kaufvertrag zwischen Dir, also dem Käufer, und dem Verkäufer über das T-Shirt abgeschlossen. Du hast eingewilligt, für das Kleidungsstück zu bezahlen, und der Kassierer war bereit, es Dir zu verkaufen. Der Marktakteur wäre in diesem Beispiel das Kleidergeschäft. Mit ihm konkurrieren auf dem Markt viele verschiedene Unternehmen, nämlich all diejenigen, die Kleider verkaufen und die gleiche Zielgruppe ansprechen.

Vollkommener und unvollkommener Markt

Es gibt verschiedene Arten von Märkten. So unterschiedet man auch zwischen dem vollkommenen Markt und dem unvollkommenen Markt.  Der Unterschied zwischen diesen beiden Märkten liegt darin, dass sich das Marktgeschehen des vollkommenen Marktes  ohne jegliche Wettbewerbsbeschränkungen auf dem Markt abspielt. Außerdem sind alle Aktionen, welche auf diesem Markt ausgeführt werden, völlig transparent für die Marktaktuere. Somit herrscht eine sehr gute Marktübersicht. In der Praxis sind solche vollkommenden Märkte allerdings kaum zu finden.

Beispiel für einen unvollkommenen Markt

Der unvollkommene Markt entsteht dadurch, dass hier alle Güter gehandelt werden, die die Voraussetzungen, welche für den vollkommenen Markt erfüllt werden müssen, nicht erfüllen. Insbesondere werden hier heterogene Güter gehandelt, die sich beispielsweise in der Form oder der Verpackung unterscheiden.[4] Als gutes Beispiel kann dafür der Immobilienmarkt genannt werden, da sich Wohnungen und Häuser in ihrem Aussehen und in ihrer Ausstattung grundsätzlich unterscheiden.

Vergleich der Marktformen unvollkommener und vollkommener Markt

Quelle: Eigene Darstellung nach: https://www.bwl-lexikon.de/wiki/unvollkommener-markt/

Spezielle Marktformen

Nach Heinrich Freiherr von Stackelberg unterscheidet man drei verschiedene Marktformen: das Monopol, das Oligopol und das Polypol. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal dabei ist die Anzahl der Marktteilnehmer.

Monopol

Im Monopol  gibt es nur einen Anbieter, der Produkte oder Dienstleistungen anbietet, welche nur schwer substituierbar sind. Somit handelt es sich im Grunde um ein Angebotsmonopol. Der Monopolist kann sowohl die Produktmenge als auch den Produktpreis bestimmen, wobei auf dem Monopolisten kein Wettbewerbsdruck lastet. [5] Ein bekannter Monopolist ist die Deutsche Bahn im Schienennetz. Aber auch die Wasserversorgung ist an vielen Orten monopolistisch geregelt, d.h. der Verbraucher hat keine Möglichkeit, den Anbieter zu wechslen.

Oligopol

Das Oligopol zeichnet sich durch nur wenige Marktteilnehmer aus, die ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung verkaufen wollen. Diese arbeiten gemeinsam in einem strategischen Konkurrenzverbund. Das bedeutet, dass sie bei Angebotsentscheidungen nicht nur die Nachfrager im Auge behalten müssen, sondern auch die jeweiligen Mitbewerber. Ein Beispiel für ein solches Angebotsmonopol bildet die Automobilindustrie. Es gibt hier nur relativ wenige unterschiedliche Anbieter. Gleiches gilt für die mobile Kommunikation. Aufgrund der geringen Zahl an Netzbetreibern ist auch hier ein Angebotsmonopol entstanden.

Polypol

In einem Polypol gibt es dagegen viele Anbieter. Daher herrscht für jeden Einzelnen ein hoher Wettbewerbsdruck. Zudem haben die Anbieter keinen Einfluss auf den Marktpreis, da jeder Anbieter nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes ausmacht. Der Börsenmarkt stellt ein Beispiel für ein Polypol dar, auf dem viele Käufer und Verkäufer von Wertpapieren zusammenkommen.

Zusammenfassung der Marktformen

Die nachstehende Abbildung fasst die einzelnen Marktformen zusammen.

Marktformen im Überblick

Quelle: Eigene Darstellung nach: https://www.strategische-wettbewerbsbeobachtung.com/wiki/marktformen/

Quiz zu den Marktformen

Zur Beantwortung der Fragen dieses Quizzes sollten neben dem Thema dieser Seite auch die untergeordneten Themen Angebotsmonopol und der vollkommene Markt aufmerksam gelesen werden!

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Marktformen-Quiz

Überprüfen Sie Ihr Wissen zu dem Thema in unserem Quiz! Als richtig zählen nur Fragen, in denen alle richtigen Antworten und keine falschen Antworten markiert wurden. Es sind in jeder Frage eine oder mehrere Antworten möglich. Viel Spaß!

1. Bei der Marktform des Angebotsmonopols steht ein einziger Anbieter vielen Nachfragern gegenüber. Welche Aussagen diesbezüglich sind korrekt?

2. Zwischen welchen verschiedenen Marktformen wird in der Wirtschaftslehre unterschieden?

3. Nach Heinrich Freiherr von Stackelberg können Marktformen auch nach der Anzahl der Marktteilnehmer unterschieden werden. Folgende Aussagen sind dabei zutreffend:

4. Märkte können sowohl vollkommen als auch unvollkommen sein. Welche Aussagen bezüglich dieser Unterscheidung sind korrekt?

Prozentzahl richtiger Antworten:

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Quellen zum Text zu den Marktformen

Der oben stehende Text zu den Marktformen wurde maßgeblich von Miriam Scholl entwickelt.

[1] Engels, A. (2017). Markt. in: Hirsch-Kreinsen, H. (Hrsg.)  / Minssen, H. (Hrsg.) Lektion der Arbeits- und Industriesoziologie. 2. Aufl. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 214-217.

[2] Kortmann, W. (2006). Mikroökonomik: Anwendungsbezogene Grundlagen. 4.Aufl. Heidelberg: Physica-Verlag, S. 351

[3] Engels, A. (2017). Markt. in: Hirsch-Kreinsen, H. (Hrsg.)  / Minssen, H. (Hrsg.) Lektion der Arbeits- und Industriesoziologie. 2. Aufl. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 214-217.

[4] Grundmann, G. / Rathner R. (2020). Bankwirtschafts, Rechnungswesen und Steuerung, Wirtschafts- und Sozialkunde: Prüfungswissen in Übersichten. 8. Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler, S. 373.

[5] Wied-Nebbeling S./ Schott H. (2004). Grundlagen der Mikroökonomik. 3. Aufl. Köln: Springer