Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren – einfach erklärt

Produktionsfaktoren umfassen grundsätzlich alle materiellen und immateriellen Mittel und Leistungen, die für die Produktion von Gütern erforderlich sind. [1] Produktionsfaktoren werden auch als Inputfaktoren bezeichnet. Zur Erstellung von Gütern sind diese (geschickt) miteinander zu kombinieren. [2, S.47] Unterschiedliche Betrachtungsweisen des Begriffs ermöglichen zudem die grundlegende Unterscheidung in volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren und betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren.

In der Volkswirtschaftslehre unterscheidet man drei klassische Arten von Produktionsfaktoren, die bei der Herstellung von Gütern eine wichtige Rolle spielen:

  • Boden
  • Arbeit und
  • Kapital

Die Betriebswirtschaftslehre unterscheidet dagegen zwischen

  • dispositiver und objektbezogener Arbeit,
  • Betriebsmitteln und
  • Werkstoffen.

Was sind eigentlich volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren?

Die Einteilung der volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren geht auf die klassische Volkswirtschaftslehre zurück. Adam Smith und David Ricardo unterschieden zwischen den Faktoren Arbeit, Kapital und Boden.

Produktionsfaktoren sind in der Regel begrenzt und damit knapp bemessen. Deshalb haben alle volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren einen Preis:

Arbeit wird mit Lohn vergütet.

Der Preis für den Boden heißt Bodenrente.

Für das Kapital fallen Zinsen an.

Unter diesen Gesichtspunkten schauen wir uns die einzelnen Produktionsfaktoren weiterführend im Detail genauer an.

Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren

Die 3 Besonderheiten des Produktionsfaktors Boden

Spricht man vom Produktionsfaktor Boden, sind alle natürlichen Ressourcen der Welt gemeint. Felder, Wälder, Gewässer und Bodenschätze umfassen allesamt den Produktionsfaktor Boden. Dieser ist allerdings mit besonderen Eigenschaften ausgestattet:

  • Unvermehrbarkeit: Die Fläche des Bodens ist vorgegeben. Daher wird die Menge dieses Produktionsfaktors in der Volkswirtschafzslehre als konstant angesehen.
  • Unbeweglichkeit: Der Boden ist an seinen Ort gebunden und kann bei erhöhtem Bedarf an einem bestimmten Ort nicht mobilisiert werden.
  • Unzerstörbarkeit: Der Boden unterliegt keinem Werteverzehr und wird nicht verbraucht oder zerstört.

Der Mensch nutzt den Boden generell zum Anbau, zum Abbau und als Standort für seine produktiven Tätigkeiten.

Warum wird Arbeit zu den Produktionsfaktoren gezählt?

Unter dem Produktionsfaktor Arbeit wird jede Art von körperlicher als auch geistiger Tätigkeit verstanden. Ziel ist hierbei, Einkommen zu erzielen. Arbeit wird in Kombination mit anderen Produktionsfaktoren insbesondere zur Güterproduktion in Unternehmen eingesetzt.

Grundsätzlich wird zwischen qualitativer und quantitativer Arbeit unterschieden. Die Quantität – oder auch Menge – wird in einer Volkswirtschaft durch die Anzahl der Erwerbstätigen und deren Arbeitszeit bestimmt. Die Qualität der Arbeit beschreibt, mit welcher Begabung oder Berufsausbildung die Tätigkeiten von den Beschäftigten ausgeführt werden.

Staaten werden grundsätzlich danach beurteilt, ob sie entsprechend in der Lage sind, eine ausreichende Anzahl von Arbeitsstellen zu schaffen. Wenn der Produktionsfaktor Arbeit in einer Volkswirtschaft optimal genutzt werden kann, ist die Vollbeschäftigung erreicht. Aufgrund der qualitativen Anforderungen an die unterschiedlichen Stellen bleibt allerdings eine geringe Arbeitslosigkeit von 1 bis 3 % in der Realität immer (auch bei eigentlicher Vollbeschäftigung) bestehen. [2, S.48f] Unternehmen beklagen sich in diesem Zusammenhang oft über den sogenannten Fachkräftemangel.

Welche Arten von Kapitel sind zu unterscheiden?

Als Kapital stellen wir uns oft nur finanzielles Kapital vor. Stattdessen gibt es aus volkswirtschaftlicher Sicht drei Arten von Kapital:

Als Geldkapital werden finanzielle Mittel zusammengefasst. Mit dem Geld können Güter und Dienstleitungen erworben werden. Geldkapital lässt sich damit schnell in eine andere Kapitalart umwandeln.

Die erworbenen Güter und Dienstleistungen stellen sowohl materiell als auch immateriell das Sachkapital dar. Maschinen, Anlagen, Patente oder auch Lagerbestände aus Halb- und Fertigwaren zählen zum eigentlichen Sachkapital.

Zudem ist das Sozialkapital zu betrachten. Das Sozialkapital umfasst die Infrastruktur, die Bildungseinrichtungen oder das Gesundheitswesen. Das Sozialkapital definiert im Allgemeinen Einrichtungen, die der Gemeinschaft oder der Gesellschaft dienen. [2, S.52] Allerdings ist die Wertfeststellung beim Sozialkapital besonders schwierig.

Kapital ist nie von Beginn an vorhanden, sondern entsteht aus dem Zusammenspiel der zuvor erläuterten Produktionsfaktoren Boden und Arbeit. Dementsprechend wird das Kapital auch als abgeleiteter Faktor bezeichnet.

Learningsnack zu den Produktionsfaktoren

Wer sich jetzt bereits fit fühlt im Umgang mit den Produktionsfaktoren, kann einmal den folgenden Learningsnack probieren. Es handelt sich dabei um einen kleinen Wissenstest mit einigen Zusatzinformationen im Stil eines Chatverlaufs. Und jetzt viel Spaß damit:

Wissen – der wichtigste Produktionsfaktor der Zukunft?

Wissen als Produktionsfaktor ist in den letzten Jahren nachträglich zu den volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren hinzugefügt worden. Durch die Industrialisierung ist dieser Produktionsfaktor stark in seiner Bedeutung gewachsen. [2, S.52]

Qualitative Arbeit, die eng mit dem Wissen der Beschäftigten verbunden ist, wird in diesem Kontext auch als Humankapital bezeichnet. Diese Begrifflichkeit ist aber wegen der fehlenden, individuellen Betrachtung des Menschen und seiner Arbeitsleistung mittlerweile eher negativ besetzt.

Allerdings steht zweifelsfrei fest: Durch die Erweiterung von Produktionsmöglichkeiten und die Optimierung von Prozessen lässt sich mit technologischem Fortschritt einen großen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum nehmen.

Zusammenfassung – für einen schnellen Überblick

Grundsätzlich sollten sich folgende Fakten eingeprägen:

• Es gibt drei bzw. vier volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren: Boden, Arbeit, Kapital und unternehmerische Tätigkeit/Wissen.
• Der Produktionsfaktor Boden ist knapp und wird in der Volkswirtschaftslehre als konstant angenommen. Er besitzt besondere Eigenschaften, die seine Verwendung einschränken.
• Die Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital stehen für die Erstellung von materiellen und immateriellen Gütern und Dienstleistungen im Fokus.
• Wissen – oder technologischer Fortschritt – hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen und ermöglicht einen großen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum.

Quiz zu den volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren

Und jetzt können Sie in einem kleinen Quiz Ihr Wissen testen.

0%

Quiz zu den volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren

Überprüfen Sie Ihr Wissen zu dem Thema in unserem Quiz! Als richtig zählen nur Fragen, in denen alle richtigen Antworten und keine falschen Antworten markiert wurden. Es sind in jeder Frage eine oder mehrere Antworten möglich. Viel Spaß!

1. Welche klassischen Arten von Produktionsfaktoren werden in der Volkswirtschaftslehre unterschieden?

2. Welche der folgenden Arten von Kapital fallen in die Unterscheidung nach volkswirtschaftlicher Betrachtung?

3. Spricht man vom Produktionsfaktor Boden, sind alle natürlichen Ressourcen der Welt gemeint. Welche Besonderheiten weist dieser Produktionsfaktor auf?

Prozentzahl richtiger Antworten:

0%

Quellen zu den volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren

Der Text zu den volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren wurde maßgeblich von Yannik Heib entwickelt, den Sie über die sozialen Medien direkt erreichen können:

Yannik Heib und LinkedIn bzw. Yannik Heib auf XING

[1] Peukert, H. (2018): Produktionsfaktoren. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH. Abgerufen unter: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/produktionsfaktoren-45598/version-268889.
[2] Seidel, H.; Temmen, T. (2005): Grundlagen der Volkswirtschaftslehre. Troisdorf: Bildungsverlag EINS GmbH